N° III · Byzantinisch
Klostergärten und die Iznik-Brücke
Klöster · Konstantinopel · die Übersetzung
Zwischen dem vierten und dem fünfzehnten Jahrhundert pflegte das Byzantinische Reich eine sorgfältige botanische Tradition an zwei Orten zugleich. In den Klöstern — insbesondere in Iznik (damals Nicaea), in Kappadokien und auf den Marmara-Inseln — hielten Mönche und Nonnen Kräutergärten, die medizinischen Gartenbau mit Manuskriptkopie verbanden. Sie kultivierten Melisse, Salbei, kretischen Diptam, Mastix und Quitte in ummauerten Gärten und bewahrten das griechische pharmakologische Korpus durch wiederholte Abschrift.
In Konstantinopel beherbergten die Apothekenstraßen der Stadt — von denen einige im heutigen Eminönü-Viertel noch erkennbar sind — einen dichten pharmazeutischen Handel. Von hier wurden zwischen dem achten und zwölften Jahrhundert griechische botanische Texte ins Syrische und dann ins Arabische übersetzt, von Gelehrten unter abbasidischer Patronage. Diese Übersetzungskette trug Dioskurides zu Avicenna und von dort in die seldschukische und osmanische Apotheke.
Die Iznik-Verbindung reicht tiefer als die Gärten. Dieselbe Stadt produzierte später die florale Keramikware, die die Osmanen als ihre verfeinertste Bildsprache übernahmen — die Tulpe, die Nelke, die Rose, das Saz-Blatt. Die botanische Genauigkeit der Iznik-Kachelmalerei ist kein Zufall; sie steht auf derselben Grundlage wie die Kräutermanuskripte der Klöster.
Bithyné liest aus dieser Schicht die Figur des sorgfältigen Gärtner-Schreibers — eine Hand, die im selben Akt kultiviert und aufzeichnet.
Volltext folgt im Journal.